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Sandrippel

Wo strömendes Wasser Sand oder Bodenpartikel mit sich führt und ablagert, entstehen auf dem Grund oft Scharen von kleinen Hügeln und Tälern, so genannte Rippel oder Riffelungen. Wie eine „Schrift“ der Strömungen vermitteln sie mit ihren welligen Formen einen Eindruck von der Wasserbewegung. Die Rippel entstehen durch einen instabilen Prozess, bei dem kleine Unregelmäßigkeiten des Sandbodens durch die Strömung vergrößert werden. Das Bemerkenswerte dabei ist, dass die Form des Bodens die Strömung bestimmt, diese aber ihrerseits den Boden formt. Solche „Wechselursachen-Verhältnisse“ sind typisch für Lebensvorgänge. Das Aussehen der Rippel zeigt eine eigenartige Verwandtschaft mit dem von Wellen auf der Oberfläche, obwohl diese ganz anders entstehen. Hier wie dort stellt sich ein Erlebnis von Lebendigkeit ein, das durch den Rhythmus des periodischen Wechselspiels und besonders durch die Variationen des sich Wiederholenden entsteht. Die Abweichungen vom perfekt Gleichförmigen, die lebendigen Unregelmäßigkeiten der Formen tragen wesentlich zu diesem Erlebnis bei. Das Typische der Wasserbewegung setzt sich durch und kommt unter völlig verschiedenen Bedingungen immer wieder mit seiner belebenden Anmutung zum Vorschein. Es wird erlebbar, wie das Wasser auch außerhalb des organischen Lebens sich den Bildekräften öffnet, wo immer es in Bewegung ist. Die dabei entstehenden Formen ähneln oft mehr solchen, die im Pflanzen- und Tierreich auftreten, als den unbelebt-mineralisch zustande kommenden.
Eine ausführlichere Erörterung des Sandrippels findet sich auch im WasserZeichen Nr. 27.
 

Sandrippel im Experiment: Hier ist die Entstehung der Rippel aus kreisender Strömung gezeigt.
 
Sie können die experimentelle Version des Sandrippels zusammen mit weiteren Experimenten bei uns entleihen. Näheres ist unter Experimente ausgeführt.